Don´t Touch Racing: Rennbericht Slovakiaring

15.07.2019 09:35

André Kursim war am Sonntagabend nach drei heißen Tagen auf dem über fünf Kilometer langen Slovakiaring enttäuscht – einmal mehr hatte der Iveco-Pilot das Pech an den Reifen kleben. „Möglichst schnell vergessen“ will er dieses Wochenende. Die Pechsträhne begann bereits im ersten Championshiprace, das Markenkollege René Reinert aus Sicht von Kursim deutlich zu ambitioniert angegangen war. Die Folge: Der Konkurrent touchierte den gelben Truck mit der Startnummer 11 so unglücklich, dass der ins Kiesbett trudelte. Die Rennleitung brach den Lauf danach ab, was dem Havaristen aber nicht half. Denn an dessen Fahrzeug war bei der Aktion eine Druckluftleitung abgerissen, so dass er vor dem Neustart für eine Notreparatur in die Boxengasse rollte. Dort fing der Truck aufgrund der großen Hitze plötzlich Feuer. Das konnte zwar schnell gelöscht werden, doch danach hatte das Team alle Hände voll zu tun, um den Iveco rechtzeitig vor dem zweiten Lauf wieder fit zu bekommen. In dem musste Kursim dann aus der letzten Reihe starten, nach einer beherzten Aufholjagd bildete erst Jamie Anderson die Barriere, an der kein Vorbeikommen mehr war. Routinier Antonio Albacete hielt der Deutsche dagegen immerhin in Schach.

Der Sonntag schien sich dann etwas besser anzulassen, mit dem sechsten Platz im Qualifying knapp hinter Steffi Halm und vor Sascha Lenz sowie Albacete zeigte sich André Kursim zufrieden. Aufgrund des Einspruchs eines Wettbewerbers gegen einen Entscheid der Rennkommissare wurden diesmal beide Durchgänge – als das Qualifying und die Superpole – für die Ermittlung der Startreihenfolge herangezogen, André rutschte dadurch um einen Platz ab. Eigentlich, sagte er nach dem Durchgang, „liegt mir der Kurs, der ist allerdings sehr anspruchsvoll und schwierig zu fahren. Die Streckenführung verzeiht keinen Fehler, auch der kleinste Fauxpas führt hier schnell dazu, dass man mit den Zeiten in einen Bereich abrutscht, in dem man eigentlich nicht sein möchte.“ Im Championshiprennen 3 egalisierte er dann dieses Ergebnis – die fünf vor ihm liegenden Fahrer hatten die Plätze getauscht, von den nach ihm gestarteten Konkurrenten kam keiner am Truck des SWL-Teams vorbei, obwohl wie schon am Vortag Antonio Albacete mehrmals „anklopfte“ und ein hartnäckiger Verfolger war.

Der sechste Platz wäre eigentlich eine gute Ausgansposition für den abschließenden Lauf gewesen, doch einmal mehr fehlte das nötige Glück: Kurz nach dem Umspringen der Ampel auf Grün positionierte sich der 27-Jährige mit einem beherzten Start auf dem dritten Platz. Diesmal war es Norbert Kiss, der mit einem harten Manöver die Seitenverkleidung so beschädigte, dass eine Halterung den Hinterreifen auf zwanzig Zentimeter Länge aufriss – Weiterfahren hatte unter diesen Umständen keinen Sinn. Mit plattem Hinterreifen gab Kursim das Rennen auf und fuhr zurück ins Paddock.

Der nächste Lauf ist das Heimrennen der deutschen Fahrer – für den Auftritt beim Truck Grand Prix wünscht sich das Team um Sven Walter mit seinem Fahrer mehr Glück: „Vielleicht schaffen wir es ja mit Unterstützung der Fans auf dem Nürburgring wieder aufs Podium,“ hofft André Kursim.